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Trainingsvariablen: Die Stellschrauben für Hypertrophie

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Trainingsvariablen: Die Stellschrauben für Hypertrophie

Du musst nicht alles gleichzeitig optimieren - aber du solltest wissen, welche Stellschrauben welchen Effekt haben. In diesem Kapitel lernst du die wichtigsten Variablen: Volumen, Intensität, Frequenz.

Abschnitt 1

: Dose-Response-Beziehung für

ist die Gesamtmenge an Sätzen pro Muskelgruppe pro Woche – der entscheidende Hebel für . Genug Reiz für Wachstum, ohne die zu überschreiten.
Trainingsvolumen & Hypertrophie Dose-Response mit MEV & MRV Volumen (Sätze / Woche) Hypertrophie-Reiz MEV MRV Unter MEV zu wenig Reiz MEV – MRV optimaler Bereich → Wachstum steigt Über MRV Mehr Volumen → mehr Wachstum

Kernaussagen

  • zählt harte Sätze pro Muskelgruppe/Woche – der primäre Treiber für gemäß

  • Optimal: 10-20 Sätze/Woche für die meisten; starte bei (4-6 Sätze) und steigere kontrolliert

  • Jeder hat eine persönliche – abhängig von Erfahrung, und Erholung

  • Mehr Volumen = mehr Wachstum, aber mit Diminishing Returns; zu viel führt zu Junk-Volume und Plateaus

  • Kombiniere mit -Optimierung und Technik für maximale mechanische

  • version3.0

Mythos vs. Realität

Mythos

Mehr Sätze = immer mehr Muskeln – Volume ist King!

Realität

Falsch: Die zeigt Diminishing Returns. Über der wird Volumen zu 'Junk' und bremst Fortschritt – Qualität vor Quantität.

Abschnitt 2

Trainingsintensität – Wie schwer muss das Gewicht sein?

Die Frage nach dem richtigen Gewicht beschäftigt jeden Trainierenden. Die gute Nachricht: Für Muskelaufbau hast du mehr Spielraum als lange angenommen.
Trainingsintensität: was zählt wirklich? Hypertrophie ist möglich über ein breites Lastspektrum (wenn der Satz nah ans Versagen geht) ~30% leicht 6–12 Wdh praktischer Sweet Spot ~85% schwer Muskelwachstum ≈ ähnlich (bei ausreichender Anstrengung) Schlüssel nah ans Muskelversagen (Faserrekrutierung) Für Kraft schwerer besser (1–5) Prinzip: Spezifität

Kernaussagen

  • Muskelwachstum funktioniert nachweislich über einen weiten Bereich – von etwa 30 % bis 85 % deines Maximalgewichts sind ähnliche Ergebnisse möglich

  • Die alte Regel '8–12 Wiederholungen für Muskelaufbau' ist nicht falsch, aber wissenschaftlich zu eng gefasst – sie beschreibt den praktischsten, nicht den einzig wirksamen Bereich

  • Entscheidend für den Wachstumsreiz ist die Nähe zum , nicht das absolute Gewicht auf der Stange – dein Muskel spürt Spannung, keine Kilogramm

  • Moderate Gewichte (6–12 Wiederholungen) bieten praktische Vorteile: zeiteffizient, gelenkschonend, weniger systemisch erschöpfend und angenehmer im Training

  • Für reine Maximalkraft bleibt schweres Training (1–5 Wiederholungen) überlegen – hier greift das Prinzip der Spezifität

Mythos vs. Realität

Mythos

Für Muskelaufbau brauchst du unbedingt schwere Gewichte – leichte Gewichte bringen nur Ausdauer und definieren höchstens den Muskel.

Realität

Forschung der letzten Jahre zeigt eindeutig: Selbst Training mit nur 30 % des Maximums baut genauso viel Muskelmasse auf wie schweres Training – vorausgesetzt, du trainierst nah genug ans . Die Nachteile leichter Gewichte sind rein praktischer Natur: Der höhere Zeitaufwand durch mehr Wiederholungen, das unangenehme Brennen durch metabolische Nebenprodukte, und die mentale Herausforderung, viele Wiederholungen durchzuhalten. Das Konzept, leichte Gewichte würden nur 'definieren', basiert auf einem Missverständnis – Definition kommt durch Fettabbau, nicht durch Wiederholungszahlen.

Abschnitt 3

Intensität steuern: Die Kunst der Anstrengung ( & )

Gewichte bewegen ist das eine, sich wirklich anzustrengen das andere. Hier lernst du, wie nah du ans gehen musst, um zu fördern, ohne unnötig auszubrennen.
Intensität steuern: RIR & RPE RIR Wdh. im Tank am Satzende RPE Anstrengung 1–10 10 = Versagen Zielbereich (meist) 1–3 RIR (≈ RPE 7–9) starker Reiz, gut erholbar Wachstumsreiz effektive Wdh. ohne Dauer-Versagen Weniger Ermüdung schnellere Erholung mehr Wochenvolumen 0 RIR (RPE 10) = Versagen → mehr Ermüdung, oft wenig Zusatznutzen

Kernaussagen

  • Intensität für bedeutet Nähe zum durch , nicht nur hohes Gewicht

  • (1-10) und steuern die Anstrengung präzise – ziele auf 1-3 in den meisten Sätzen ab

  • 7-9 (ca. 1-3) maximiert Wachstum bei geringerer – Datenlage konsistent

  • Totales (0 ) nur selektiv nutzen, z.B. am Satzesende einer Einheit

  • Praxis: Übe bei Isolation (Bizeps) – zähle nach dem Satz mental nach; passe bei Komplexübungen konservativer an

Mythos vs. Realität

Mythos

„No Pain, No Gain“ – Nur totales in jedem Satz bringt .

Realität

Der Myth klingt plausibel, da harte Sätze belohnend wirken. Doch Studien zeigen: 1-3 erzeugen ähnliche und , reduzieren aber massiv. Handle: Trainiere 80% der Sätze bei 8, nutze Versagen nur final.

Abschnitt 4

: Wie oft pro Woche ist ideal?

Wie oft du einen Muskel pro Woche trainierst, entscheidet weniger über „Magie“ – sondern darüber, wie gut du , und unter einen Hut bekommst.
Trainingsfrequenz ist ein Verteil-Tool Wochenvolumen wirksame Sätze pro Woche Trainingsfrequenz verteilt das Volumen auf Tage Satzqualität + Regeneration frischer trainieren, besser erholen Ergebnis konstanter Fortschritt (Progression) Bei gleichem Wochenvolumen: 1× vs. 2× oft ähnlich Vorteil von mehr Frequenz: bessere Verteilung & Qualität

Kernaussagen

  • Bei gleichem sind Unterschiede zwischen 1×, 2× oder 3× oft geringer als erwartet

  • Höhere verbessert vor allem durch frischere Muskulatur und weniger pro Einheit

  • 2× pro Woche pro Muskel ist für die meisten Amateursportler ein optimaler Standard

  • 1× funktioniert bei begrenzter Zeit, solange Einheiten nicht zu lang werden; 3× eignet sich für kleine Muskelgruppen bei guter

  • Wähle die , die du konsequent umsetzt – ohne Schlafstörungen, Stress oder anhaltenden Muskelkater

Mythos vs. Realität

Mythos

Höhere führt immer zu mehr – trainiere jeden Muskel täglich!

Realität

Falsch: Bei gleichem sind Effekte ähnlich. Vorteil ist bessere und weniger pro Einheit. Passe an deine an – 2× reicht oft weiter als extremes 6×.

Abschnitt 5

: Wie lange du zwischen Sätzen warten solltest

zwischen Sätzen sind ein wichtiger Faktor im Krafttraining. Sie beeinflussen, wie gut du dich erholst, wie viel du insgesamt leisten kannst und letztendlich, wie effektiv dein -Training ist – ohne dass es zu kompliziert werden muss.
Pausenzeiten steuern den Trainingsreiz Pausenzeit zwischen Sätzen Kurz 30–60 Sek. Effekt ↑ Stress ↓ Volumen Lang 2–3 Min. Effekt ↑ Erholung ↑ Volumen Muskelaufbau über mehrere Wege

Kernaussagen

  • Kurze (30-60 Sekunden) erhöhen und , reduzieren aber und in Folgesätzen

  • Längere (2-3 Minuten) verbessern von ATP-System und ermöglichen höheres , was in Studien oft bessere bringt

  • Für sind 1-2 Minuten ein praktischer Sweet Spot: genug für gute , etwas obendrauf

  • Praxisregel: Bei Verbundübungen wie Kniebeugen immer mindestens 2 Minuten pausieren – wenn du unter 8 Wiederholungen fällst, Pausen verlängern

  • Tracke deine mit Timer: Anfänger +30 Sekunden, Fortgeschrittene an anpassen, um zu vermeiden

Mythos vs. Realität

Mythos

Kurze maximieren , weil sie den Pump und boosten.

Realität

Der Mythos klingt plausibel durch das intensive Brennen ('Pump = Growth'), doch Studien zeigen: Längere Pausen (2+ Min.) erlauben mehr und oft bessere Tipp: Starte mit 90 Sekunden und verlängere, wenn nachlässt.

Abschnitt 6

Tempo und Time under Tension: Die Wahrheit über Geschwindigkeit

Nicht nur das Gewicht zählt, sondern auch, wie du es bewegst. Die Kontrolle der Wiederholungsgeschwindigkeit ist der Unterschied zwischen bloßem 'Gewicht bewegen' und gezieltem Muskeltraining.
Qualität schlägt „Gewicht bewegen“ Tempo / Kadenz steuert die Ausführung Kontrolle weniger Schwung mehr Präzision Spannung mehr Reiz pro Rep saubere Technik Trainingseffekt Hypertrophie, Sicherheit und messbarer Fortschritt TUT ist oft ein Nebenprodukt guter Technik → nicht das alleinige Ziel

Kernaussagen

  • Jede Wiederholung hat drei Phasen: Konzentrisch (Heben), Exzentrisch (Senken) und Isometrisch (Halten)

  • Die ist ein Nebenprodukt guter Technik, kein isoliertes Ziel – extrem langsames Training ist meist weniger effektiv

  • Eine kontrollierte (2–3 Sek.) maximiert die Kontrolle und den Hypertrophie-Reiz

  • Die sollte mit der Intention maximaler Geschwindigkeit ausgeführt werden, um alle Muskelfasern zu aktivieren

  • Ohne feste sind Kraftsteigerungen nicht objektiv messbar

Mythos vs. Realität

Mythos

Ein Satz muss mindestens 40 Sekunden dauern, damit der Muskel wächst.

Realität

Es gibt kein 'magisches Zeitfenster'. Muskelwachstum korreliert primär mit der und dem Nähegrad zum Muskelversagen, unabhängig davon, ob der Satz 20 oder 60 Sekunden dauert. Entscheidend ist, dass die Wiederholungen qualitativ hochwertig sind.

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